Liebe Interessenten,

im Folgenden haben wir für Sie Fragen und Antworten zusammengestellt, die im Zusammenhang mit der Ausbildung zum/zur Kinder- und JugendlichentherapeutIn häufig gestellt werden. Weiterhin finden Sie alle Informationen und Links zur Ausbildung zum/zur Kinder- und JugendlichentherapeutIn auch auf der Internetseite des Hamburger Landesprüfungsamtes: www.Hamburg.de/landespruefungsamt.

Fragen zur Antragsstellung beantwortet Ihnen beim Landesprüfungsamt gerne:
Marina Lobe
Akademische Berufe im Gesundheitswesen, Zimmer 0.13, Billstraße 80a, 20539 Hamburg
Tel.: 040 428373794
Fax: 040 428372632
E-Mail: marina.lobe@bgv.hamburg.de 

Für Fachfragen wenden Sie sich bitte an:
Herrn Dr. Detlef Schönwälder
Akademische Berufe im Gesundheitswesen, Zimmer 0.15, Billstraße 80a, 20539 Hamburg
Tel.: 040 428373790
E-Mail: Detlef.Schoenwaelder@bgv.hamburg.de

Fragen:

>Wer kann an der Ausbildung teilnehmen?

Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung zur Kinder – und Jugendtherapeuten ist:

  • die Abschlussprüfung an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule im Studiengang Psychologie (inkl. Klinische Psychologie) mit einer Diplomprüfung oder ein Masterabschluss im Studiengang Psychologie (inkl. Klinische Psychologie)
  • Weiterhin können alle Absolventen eines pädagogischen oder sozialpädagogischen Studienganges an einer Universität oder vergleichbaren Hochschule teilnehmen, die die Diplomprüfung bestanden haben oder über einen Masterabschluss verfügen und nach Einzelprüfung durch die Gesundheitsbehörde zugelassen wurden.

>Welche Vorteile/ welchen Nutzen hat eine VT-Ausbildung?

Mit dem Psychotherapeutengesetz im Jahr 1999 sind die Ausbildungsbedingungen zur Erlangung des Approbationsberufs als Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut geregelt worden. Eine Approbation zum Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut erhält man als Diplom-Psychologe, bzw. Master nur dann, wenn man eine Therapieausbildung in einem anerkannten wissenschaftlichen Therapieverfahren an einer anerkannte Ausbildungsstätte nach §6 Psychotherapeutengesetz mit einem erfolgreichem Abschluss im Rahmen einer mündlichen und schriftlichen Prüfung erwirbt. Durch diese Approbation kann man sich dann auch bei den Kassenärztlichen Vereinigungen in das Arztregister eintragen lassen, um gegenüber privaten Krankenkassen seine Behandlungsberechtigung nachweisen zu können oder über ein Vergabeverfahren einen Kassensitz für psychologische Psychotherapie zur Abrechnung mit gesetzlichen Krankenkassen zu erhalten. Ohne Approbation ist eine psychotherapeutische Patientenbehandlung nur über eine Heilpraktikererlaubnis möglich; in diesem Fall können nur Selbstzahler die Therapie in Anspruch nehmen. Auch in Kliniken werden zunehmend auf festen Stellen nur noch approbierte Kollegen eingestellt, so dass längerfristig eine Therapieausbildung, die mit einer Approbation abschließt, Voraussetzung für eine bezahlte Tätigkeit werden wird.

Im Rahmen einer Verhaltenstherapieausbildung erhält man als Therapeut jenes Rüstzeug, das einen befähigt, selbständige Patientenbehandlungen bei psychisch erkrankten Patienten erfolgreich in angemessenem Zeitrahmen und unter Einsatz angemessener Methoden durchführen zu können. Hierbei wird im theoretischen Ausbildungsteil eine Vielzahl von spezifischen Kenntnissen vermittelt, die über die Ausbildung im Rahmen des Psychologiestudiums o. vergleichbaren Abschluss weit hinausgehen. Therapieverfahren und -strategien werden darüber hinaus praktisch eingeübt und in der Behandlung der eigenen Ausbildungspatienten unter Supervision gefestigt. Die Planung und Durchführung der Therapien und die Anwendung der Behandlungsstrategien werden in der Supervision z.T. unter Einsatz von Videoaufzeichnungen eingeübt, so dass der Ausbildungskandidat bei Ausbildungsabschluss auf fundierte Kenntnisse in der Durchführung von Therapien zurückgreifen kann und so beste Voraussetzungen gegeben sind, um einen erfolgreichen Berufsstart als Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut  in verschiedensten Anwendungsfeldern zu haben.

Die Selbsterfahrung ermöglicht die Reflexion der eigenen Haltung als Psychotherapeut unter Bezugnahme auf biografische Erfahrungen, Werte und Normen, um so flexibel mit unter-schiedlichsten Anforderungssituationen als Psychotherapeut umgehen zu können. Die praktische Tätigkeit in psychiatrischen klinischen Einrichtungen und Einrichtungen der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung (§ 2 PsychTh-APrV) ermöglicht neben einem Einblick in verschiedene Berufsfelder auch den praktischen Erwerb von Kenntnissen über eine Vielzahl psychiatrischer Erkrankungen und deren psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung. Hierbei handelt es sich auch um Erkrankungen, die im Rahmen der eigenen Ausbildungstherapien eher selten auftreten, deren frühe Diagnose und Einleitung einer adäquaten Behandlung jedoch für die weitere Berufstätigkeit relevant sind.

>Wann wird man zur staatlichen Prüfung zugelassen?

Zur Prüfung zugelassen wird man, wenn man alle Ausbildungsteile nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten (PsychThAPrV) erfolgreich an einer anerkannten Ausbildungsstätte in einer Mindestdauer von drei Jahren absolviert hat.

>Wann erhält man die Approbation?

Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung zum/zur Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten können Personen eine Approbation beantragen, die

  • Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes, Staatsangehöriger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder heimatloser Ausländer im Sinne des Gesetzes über die Rechtsstellung heimatloser Ausländer ist,
  • die vorgeschriebene Ausbildung abgeleistet und die staatliche Prüfung bestanden hat,
  • sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt, und
  • nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet ist.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie die o. g. Kriterien erfüllen, sollte Sie bereits vor Aufnahme der Ausbildung Rücksprache mit Herrn Dr. Schönwälder bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz nehmen.

>Woher weiß man, dass man geeignet ist, TherapeutIn zu werden?

Erste positive Erfahrungen im Rahmen von studentischen Praktika in klinischen Einrichtungen können Hinweise darauf geben, ob die psychotherapeutische Tätigkeit fasziniert und befriedigt und zum anderen auch, ob es gelingt, emotionalen Kontakt zu betroffenen Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. Diese beiden Faktoren stellen sicherlich die Grundlage der Befähigung zum therapeutischen Handeln dar, die durch fundierte Kenntnisse ergänzt werden muss. Auch die Auswahlgespräche in der VTFAW sollen dem Ziel dienen, die Eignung des Bewerbers für den Beruf des Therapeuten zu prüfen.

>Wozu sind die Auswahlgespräche da?

In den Auswahlgesprächen sollen dem Bewerber eine Übersicht über die Ausbildungsinhalte vermittelt und die Anforderungen der Ausbildung verdeutlicht werden. Dies dient dem Ziel, dem Bewerber Entscheidungshilfen für oder gegen die Ausbildung zu geben. Ferner werden Kenntnisse und Eignungen des Bewerbers hinterfragt, um sowohl der VTFAW als auch dem Bewerber Hinweise darauf geben zu können, ob eine Ausbildung in der VTFAW zielführend für den Erwerb der Approbation sein wird bzw. ob es Hinderungsgründe zur Aufnahme der Ausbildung gibt. Die Bewerber erhalten über mögliche Hinderungsgründe eine Rückmeldung im oder nach dem Gespräch. Eine Entscheidung über die Aufnahme eines Bewerbers in die Ausbildung wird dem Bewerber zeitnah mitgeteilt.

>Wie läuft die Ausbildung ab?

In der theoretischen Ausbildung absolvieren Sie 200 Stunden im Bereich der Grundkenntnisse und weitere 400 Stunden im Rahmen einer vertieften Ausbildung mittels Seminaren und Workshops. Diese finden in unseren Seminarräumen an verschiedenen Standorten statt. Den Kandidaten werden Seminarpläne ausgehändigt, die die Veranstaltungen, Termine und Dozenten für das jeweilige kommende Halbjahr enthalten. Veranstaltungstermine sind in der Regel freitags ab Mittag sowie ganztägig samstags und sonntags. Zudem wird es zweimal im Jahr eine Kompaktwoche geben. Alle unsere Dozenten sind Spezialisten in ihrem Fachgebiet und durch langjährige Forschungs- und/oder Lehrtätigkeit sowie Praxiserfahrung besonders ausgewiesen. Seminare und Workshops haben das Ziel, Grundlagen des jeweiligen Fachgebiets umfassend darzustellen, durch Patientenbeispiele zu vertiefen und im Rahmen von Übungen Anwendungswissen zu vermitteln.

Die Selbsterfahrung findet in der Gruppe statt und erstreckt sich über die komplette Ausbildungsdauer. Variabel entsprechend den persönlichen Bedürfnissen kann der Teilnehmer während der Ausbildungszeit begleitend seine beiden Praktika bzw. die praktische Ausbildung in kooperierenden Einrichtungen absolvieren. Nach der Hälfte der Ausbildungszeit (eineinhalb Jahre) findet eine mündliche Zwischenprüfung bei der Ambulanzleitung statt. Nachfolgend kann mit den Ausbildungstherapien begonnen werden. In der Zwischenprüfung stellen die Kandidaten einen Patientenfall exemplarisch vor. Es werden außerdem erworbene Kenntnisse und Kompetenzen hinsichtlich der Aufnahme der Ausbildungstherapien besprochen, und ggf. entschieden, welche vertiefenden Maßnahmen zur Erhöhung der Kompetenzen für den Abschnitt der Ausbildungstherapien noch notwendig sein können. Damit hat die Prüfung den Charakter eines Fach- und Beratungsgesprächs.

Im zweiten Ausbildungsabschnitt werden noch weitere Theoriestunden absolviert, die inhaltlich störungs- und verfahrensspezifisch ausgerichtet sind und eine Vertiefung des bisher Erlernten darstellen. Zeitgleich erfolgen die Ausbildungstherapien unter Supervision. Im Rahmen von Fallseminaren, in denen von allen Absolventen Behandlungsfälle und -verläufe vorgestellt und diskutiert werden, erfolgt u. a. die Vorbereitung auf die mündliche Abschlussprüfung. Die Prüfung kann frühestens nach drei Jahren Ausbildungszeit und vollständiger Absolvierung aller Ausbildungsinhalte abgelegt werden.

>Was lerne ich alles?

Im Rahmen des theoretischen Curriculums der Grundausbildung sollen Kenntnisse in den Bereichen Lernen und Bindungstheorien vertieft werden. Spezielle Schwerpunkte der VTFAW bestehen in einer soliden Kenntniserweiterung in den Bereichen Psychiatrische Störungen und Diagnostik sowie Psychopharmakologie. Weiterhin bilden die Grundlagen der Verhaltensregulation und Interaktion zwischen Hirnprozessen, Hormonregulation, physiologischen Prozessen und Verhalten (i. S. von Kognitionen, Emotionen, Physiologie und sichtbarem Verhalten) einen weiteren Schwerpunkt der Ausbildung. Vertieft wird diese eher somatisch-biologische Herangehensweise an psychotherapeutische Regulationsprozesse durch Informationen über internistisch-somatische Interventionsstrategien, die auch dem Ziel dienen, längerfristig die professionelle Interaktion mit somatischen Behandlern im gemeinsamen Behandlungsprozess zu erleichtern. Ferner werden wissenschaftlich fundierte Störungsmodelle einer Vielzahl psychiatrischer Störungen vermittelt und darauf aufbauend Interventionsstrategien für diese Störungen abgeleitet und eingeübt. Einen deutlichen Schwerpunkt nehmen hierbei psychosomatische Störungen ein. Außerdem soll die Ausbildung auch einen Einblick in weiterführende Therapiestrategien der „dritten verhaltenstherapeutischen Welle“ (Hand, 2008) vermitteln.

Alle Supervisoren der VTFAW sind langjährig in multiprofessionellen Teams praxiserfahren und können daher ihre spezifischen Behandlungskenntnisse in der Supervision weitergeben.

>Ich habe mein Diplom/meinen Masterabschluss zu Beginn der Ausbildung noch nicht ganz fertig, kann ich trotzdem schon mit der Ausbildung anfangen?

Der Abschluss eines Ausbildungsvertrages mit der VTFAW erhält nach erfolgreichem Diplom- bzw. Masterabschluss Gültigkeit. Sie können sich gern schon vor dem Abschluss um einen Ausbildungsplatz bewerben.

>Ich habe bereits Wochenendseminare/Ausbildungen besucht und in diesen Creditpoints bzw. Ausbildungsstunden absolviert. Was kann ich mir anrechnen lassen?

Die gesamte Ausbildung zum/zur Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeut/in muss grundsätzlich an einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte erfolgen. Dessen Curriculum orientiert sich an den Vorgaben des Psychotherapeutengesetztes und ist durch die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) überprüft und genehmigt worden. Theoretische Kenntnisse können daher nicht in Seminaren verschiedener Anbieter erworben werden, sondern müssen ausschließlich bei jenem Institut erworben werden, mit dem ein Ausbildungsvertrag geschlossen wurde. Eine Anrechnung bereits erworbener Ausbildungsstunden ist daher nicht möglich.

>Kann ich meine Ausbildung auch an einem anderen Ort fortsetzen oder von einer anderen Ausbildungsstelle her wechseln?

Ein Wechsel der Ausbildungsstätte im Verlauf der Ausbildung ist möglich. Hierfür muss die „abgebende“ Ausbildungsstätte eine Übersicht über die vom Kandidaten besuchten Veranstaltungen erbringen. Die „übernehmende“ Ausbildungsstätte muss schriftlich darlegen, welche dieser Veranstaltungen akzeptiert und übernommen werden. Diese Übernahme muss durch die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) ebenfalls anerkannt und bestätigt werden.

>Was sind Selbsterfahrung und Supervision und wie laufen sie ab?

Die gesamten Selbsterfahrungsstunden werden gemeinsam mit der Ausbildungsgruppe absolviert und erstrecken sich über die komplette Ausbildungsdauer. Diese Seminare finden zumeist am Wochenende statt.
Mit Beginn der eigenen Therapiefälle beginnt die Supervision bei Supervisoren der VTFAW. Der Ausbildungstherapeut stellt jeweils nach spätestens jeder vierten Therapiestunde den Therapieverlauf in einer Supervision (Gruppen- oder Einzelsupervision) z. T. unter Zuhilfenahme von Behandlungsvideos vor. Inhalt der Supervision ist die Unterstützung des Kandidaten in der Erstellung eines Behandlungsplanes und des Therapieantrags an die Krankenkasse, der Therapiedurchführung und deren Reflexion. Die Supervisionsgruppen umfassen vier Teilnehmer. Orte der Supervision sind entweder die Räume der VTFAW oder die Praxisräume der Supervisoren. Die Supervision muss insgesamt durch mindestens drei verschiedene Supervisoren erfolgen.

>Wie groß sind die Ausbildungskurse?

Pro Ausbildungskurs beginnen ca. 12 Ausbildungskandidaten. Die theoretische Ausbildung erfolgt in dieser Gruppengröße; Schwankungen der Gruppengröße können durch krankheitsbedingte Ausfälle bzw. Nachholer entstehen.

>In welcher Zeit muss ich die Praktika absolvieren?

Beide Praktika müssen vor Anmeldung zur staatlichen Abschlussprüfung beendet sein, d.h. die Praktika müssen nicht bei Ausbildungsbeginn angetreten werden.

>Wie erhalte ich einen Praktikumsplatz im Rahmen der Praktischen Tätigkeit?

Nach Absolvierung der Auswahlgespräche in der VTFAW bewirbt sich der Kandidat bei den kooperierenden Einrichtungen seiner Wahl, um ein Praktikum. Dies sollte möglichst langfristig geplant werden. Die VTFAW unterstütz gern, wenn gewünscht. Die VTFAW hat eine große Anzahl an Kooperationsverträge mit geeigneten Einrichtungen in und um Hamburg geschlossen, so dass ein Praktikumsplatz für jeden Kandidaten garantiert werden kann.

>Wie sind die Konditionen der Praktika in den Kliniken/Ambulanzen in Bezug auf Vergütung und Arbeitszeit?

Mindestens 1200 Stunden im Rahmen der praktischen Tätigkeit der Ausbildung (§2, Absatz 2.1 der PsychTh-APrV) müssen über eine Dauer von mindestens 12 Monaten in klinischen Einrichtungen der psychiatrischen Versorgung erbracht werden, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechtes zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen sind. Dies sind zumeist Einrichtungen der stationären Versorgung. Die Praktika können nur bei jenen Einrichtungen absolviert werden, mit denen das VTFAW Kooperationsverträge geschlossen hat. Bei Umrechnung der 1200 zu erbringenden Stunden auf die Dauer von 12 Monaten ergibt sich eine wöchentliche Arbeitszeit von 25 Stunden. Viele Kooperationspartner verlangen aber mehr wöchentlichen Stundeneinsatz als die Mindeststundenzahl.

Die praktische Tätigkeit über 600 Stunden (§2, Absatz 2,2 der PsychTh-APrV) erfolgt in einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten. Auch hier hat die VTFAW Kooperationsverträge geschlossen. Kooperationsverträge mit weiteren Einrichtungen sind nur in Ausnahmefällen möglich und müssen vor Beginn des jeweiligen Praktikums geschlossen werden. Bedingung für eine Eignung dieser Einrichtung ist die Erbringung psychotherapeutischer Leistungen im ambulanten oder stationären Rahmen. Jene Kandidaten, die im Rahmen einer festen Stelle psychotherapeutisch tätig sind, müssen die Anrechnung dieser Tätigkeit bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz in Form einer Nebenabrede zum Arbeitsvertrag beantragen; mit den jeweiligen Einrichtungen muss zusätzlich ein Kooperationsvertrag des VTFAW geschlossen werden.

Da die Ausbildungskandidaten zwar ein Diplom/Master in Psychologie, Diplom/Master in Sozialer Arbeit oder Pädagogik, jedoch keine Approbation besitzen, fehlt ihnen eine Befugnis zur selbständigen Heilkundeausübung. Die praktische Tätigkeit im Rahmen der beiden Praktika wird in Hamburger Einrichtungen gar nicht bzw. mit individuellen Entlohnungsvereinbarungen vergütet. Eine unverbindliche Übersicht der derzeitigen Praktikumsbedingungen in den einzelnen kooperierenden Einrichtungen können Sie bei uns erhalten, wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben.

>Wie kann ich meine Ausbildung finanzieren?

Die Finanzierung der Ausbildung und des Lebensunterhaltes ist zu Beginn nicht ganz einfach.  Viele Ausbildungsteilnehmer greifen in dieser Zeit auf Ersparnisse zurück, beantragen Bafög oder einen Ausbildungskredit und einige haben das Privileg von ihrer Familie oder LebenspartnerIn unterstützt zu werden.
Teilnehmer bis 27 Jahre unseres Ausbildungsinstituts sind berechtigt, BAföG zu erhalten, siehe hier.
In der Praktischen Tätigkeit variieren je nach Kooperationspartner die Praktikumsvergütung/das Einkommen zurzeit stark. Selten reicht der Betrag jedoch zur Finanzierung aller Unkosten. Daher gehen viele Kandidaten noch einer (weiteren) bezahlten Tätigkeit nach. Neben der Praktischen Tätigkeit ist dies zeitlich allerdings, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt möglich, da die wöchentliche Stundenbelastung zwischen 25 und 40 Stunden liegt. Nach Abschluss dieser und parallel zur Praktischen Ausbildung ist dies einfacher zu realisieren, da nun größere zeitliche Flexibilität gegeben ist. Zur Finanzierung der Ausbildungskosten ist ferner die Aufnahme eines Ausbildungskredits z.B. bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank möglich. Beim Bewerbungsgespräch in unserem Institut werden die verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung besprochen.

>Wie viel Zeitaufwand erfordert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist mit einer Dauer von mindestens drei Ausbildungsjahren als Ausbildung in Vollzeittätigkeit konzipiert. Laut Ausbildungsplan der VTFAW werden in der ersten Ausbildungshälfte die Praktische Tätigkeit mit insgesamt 1800 Stunden, mindestens 200 Stunden theoretischer Ausbildung und 100 Stunden Gruppenselbsterfahrung erbracht. Bei Zugrundelegung einer fünfwöchigen Urlaubszeit verbleiben somit zur Ableistung der genannten Inhalte 70,5 Wochen, was ohne Fahrzeiten einer mittleren wöchentlichen Arbeitsbelastung von 32,6 Stunden entspricht. (Änderungen der Arbeitsaufteilung ergeben sich natürlich bei Verlagerung der praktischen Tätigkeit in den zweiten Ausbildungsabschnitt).

Im zweiten Ausbildungsabschnitt sind weitere Stunden theoretische Ausbildung, 600 Stunden Patientenbehandlung unter 150 Stunden Supervision, 600 Stunden an Vor- und Nachbereitung der Therapien auch unter Verwendung von Literaturstudium, sowie 100 Stunden Dokumentation und Therapieevaluation und 150 Stunden zur Vor- und Nachbereitung der Supervision abzuleisten. Ferner absolviert der Kandidat weitere 20 Stunden Selbsterfahrung und nutzt 80 Stunden zur Prüfungsvorbereitung. Bei 70,5 Wochen Arbeitszeit ergibt sich eine mittlere wöchentliche Arbeitszeit von 27 Stunden.

Wird die Ausbildung vom Kandidaten nicht im Mindestzeitraum von drei Jahren absolviert, kann eine Verlängerung von bis zu eineinhalb Jahren flexibel vorgenommen werden; eine Verlängerung um mehr als eineinhalb Jahre muss rechtzeitig mit dem Ausbildungsinstitut vereinbart und von der Behörde genehmigt werden.

>Kann ich zwischendurch ein Kind bekommen?

Die Unterbrechung der Ausbildung wegen einer Schwangerschaft und Mutterzeit ist selbstverständlich möglich. In enger Absprache mit der Ausbildungsleitung wird der Verlauf der Ausbildung geplant. Die Ausbildungsdauer wird sich entsprechend verlängern.

Freie Ausbildungsplätze

Für die Ausbildung zum/zur Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn haben wir wieder ab 1.9.2018 freie Plätze.

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Wir freuen uns auf Sie!